Aktuelles
15.05.2021
10 Uhr
Eichenkofen bei Erding

Erinnerung zulassen

Erinnerungsweg und Gedenkfeier für die Zwangsarbeitslager bei Eichenkofen


Agripina Butjanowa erding-geschichte.de

Samstag, 15. Mai, 10 Uhr in Eichenkofen bei Erding, an der Kirche

pax christi Erding Dofen lädt ein, einen Erinnerungsweg (ca 1,5 km) zum Ort des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers zu gehen.

Dort möchten wir der rund 800 Menschen gedenken, die hier von 1939 bis 1945 untergebracht waren.

Wolfgang Fritz hat dazu ein provisorisches Denkmal erstellt.

 

Web: Die gesamte Datenbank zu den Zwangsarbeiter*innen findet man

08.05.2021
11 Uhr
Schrannenplatz Erding

Das Schweigen brechen

Zwangsarbeit im Landkreis Erding


Agripina Butjanowa erding-geschichte.de

Das Aktionsbündnis "Gesicht für Gesicht" des Historikers Giulio Salvati lädt ein, sich der ca. 8000 ausländischen Opfer von NS-Zwangsarbeit im Landkreis Erding zu erinnern.

Samstag, 8. Mai, 11 Uhr, auf dem Schrannenplatz in Erding

Es soll an die Frauen, Kinder und Männer erinnert werden, die 1939 bis 1945 verschleppt und unter erbärmlichen Bedingungen zur Arbeit gewungen worden waren

Die Veranstaltung wird unterstützt von der GEW, Bunt statt Braun Erding, pax christi Erding Dorfen und dem Internetportal Erdinger Geschichte.

Im Focus stehen insbesondere die Zwangsarbeiter*innen, die aus sowetischen und osteuropäischen Ländern kamen und damit nach der NS-Rassenskala als Untermenschen galten. Hunderte ihrer Fotos werden in Kooperation mit Margit Hohenberger auf dem Schrannenplatz gezeigt. Musikalisch wird die Veranstaltung von Adreas Bialas, Reinhard Löchle und Veronika Marschall begleitet.

PDF: Flyer Gesicht für Gesicht
Web: Die Datenbank zum Projekt findet man hier:

19.02.2021
14.30 bis 22 Uhr
Live Übertragung auf www.friedenskonferenz.info

Internationale Münchner Friedenskonferenz

Frieden und Gerechtigkeit gestalten - NEIN zum Krieg


Logo der Friedenskonferenz

Die Konferenz wird live Übertragen auf: www.friedenkonferenz.info

Der Schwerpunkt der Münchner Friedenskonferenz ist das Szenario der badischen Evangelischen Landeskirche "Sicherheit neu denken".

Als Gemeinwohlökonomie, Abrüstung, Konversion der Bundeswehr und feministische Außenpolitik werden die fünf Säulen des Szenatios dargestellt.

Die 19. Münchner Friedenskonferenz findet in Kooperation mit den Münchner Kammerspielen statt, die am Samstag und Sonntag mit der Shadow Munich Security Conference ein vor allem englischsprachiges Programm gestaltet.

PDF: Die Schwerpunkte der Münchner Friedenkonferenz
Web: Das Programm der Friedenskonferenz und der Schattenkonferenz

12.01.2021

Mit Flipflops im Schnee

Die Situation Geflüchter in Bosnien ist menschenverachtend


Notdürftige "Unterkunft" Foto: Alea Horst

Unsere Partnergruppe, die Offenen Arbeit in Erfurt hat sich mit einem Offenen Brief an Bundesaußenminister Heiko Maas und den Botschafter von Bosnien Herzegowina Edin Dilberovic gewendet.

Die Offene Arbeit Erfurt kritisiert den „menschenverachtenden Umgang der kroatischen Grenzpolizei mit den Asylsuchenden“: „Im Auftrag der EU, also auch in unserem Auftrag, wehrt sie die Menschen ab, die überwiegend aus Pakistan, dem Iran, Irak, Afghanistan und Syrien kommen. Bei diesen sogenannten illegalen Pushbacks (= Zurücktreibungen) verprügeln die Polizisten die Schutzsuchenden, die schon auf EU-Territorium gelangt sind, sie nehmen ihnen häufig die Kleidung bis auf die Unterwäsche ab, insbesondere die Schuhe.“

„Wir fordern von der deutschen Bundesregierung, sich nachdrücklich bei der EU- Kommission einzusetzen für sofortige finanzielle Unterstützung der Stadt Bihac und des Kantons für die Versorgung und Unterbringung von Flüchtlingen; die Aufnahme wenigstens von besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen in die Europäische Union. Deutschland kann hierbei ein Vorbild werden.“

pax christi Erding Dorfen hat diesen Brief verbreitet und ebenfalls an Heiko Maas und Edin Dilberovic geschrieben. Heiko Maas antworten lassen.

PDF: Alle Briefe im Wortlaut

06.12.2020
bis
12.12.2020

in Erding und Dorfen

Kein Weihnachten in Moria

Notleidenden helfen - Geflüchtete aufnehmen!


FRIEDENSZEICHEN am 12.12.

in Erding

um 10.30 Uhr auf dem Schrannenplatz

und in Dorfen

um 12 Uhr am Unteren Markt

 

Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Kein Weihnachten in Moria“ veranstalte wir ein FRIEDENSZEICHEN für die Aufnahme der Geflüchteten von den griechischen Inseln.

Wir wollen unsere Stimme erheben, dafür eintreten und dazu auffordern, Geflüchteten, die in Europa Schutz suchen, kein Weihnachten in provisorischen Unterbringungen zuzumuten.

Die Teilnehmenden sind eingeladen, auch ihrerseits die Stimme zu erheben und unsere Forderung zu unterstützen. Und sie sind eingeladen, Gesicht zu zeigen und sich zusammen mit dem Plakat zu fotografieren und dieses Foto auf den Social-Media-Kanälen zu posten

PDF: Die Fakten zu Moria
Web: Mehr Infos zur Kampagne

20.11.2020

Ein Brief aus Gaza von Abed Shokry




Abed Shokry bei einer Veranstaltung in Erding

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und liebe Freunde,

CORONA hat FAST die ganze Welt in den Griff bekommen. Wäre CORONA ein friedensstiftender Botschafter, dann könnte man schon einiges auf der erbärmlichen  Welt ändern. Dem ist ABER nicht so, CORONA ist kein friedlicher Gast und er ist absolut unwillkommen. Weder bei UNS in Gaza, noch in meiner alten Heimat, Deutschland.

 

Alles Weitere im Anhang.

 Mit freundlichen Grüßen

 Abed Schokry
 
Ass. Prof. Abed Schokry
Gaza Stadt
Gaza Streifen Palästinenische Gebiete
Palästina

PDF: Der Brief im Wortlaut

07.10.2020

Kein Weihnachten in Moria

Flüchtlinge aufnehmen! - JETZT!


pax christi unterstützt die Kampagne

Anfang September haben wir die Kampagne „Kein Weihnachten in Moria“ gestartet, um auf die Situation der Geflüchteten in den Lagern auf den griechischen Inseln, den sogenannten Hotspots, aufmerksam zu machen und uns für die Evakuierung der Lager einzusetzen. Als vor einem Monat das Lager Moria auf der Insel Lesbos niederbrannte, blickten Europa und die Welt auf die Geflüchteten an den EU-Außengrenzen und viele Politiker*innen beteuerten, dass es kein neues Moria geben dürfe. Die Realität sieht anders aus: Weiter leben 26.000 Geflüchtete in den überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln. Im neuen Lager Kara Tepe II auf der Insel Lesbos, das auch Moria 2.0 genannt, leiden die Menschen weiter unter Unterversorgung, schlechten hygienischen Bedingungen und leben in nicht winterfesten Zelten. Obwohl über 170 Kommunen in Deutschland ihre Bereitschaft erklärt haben die Geflüchteten aufzunehmen, werden nur ca. 1.500 Geflüchtete aus Griechenland nach Deutschland gebracht. Gerade deswegen setzen wir unsere Kampagne fort und fordern gemeinsam mit unseren Unterstützer*innen weiter die Evakuierung der Lager auf den griechischen Inseln und die Aufnahme der Geflüchteten in Deutschland.

Wir danken den vielen Unterstützer*innen und Mitträger*innen der Kampagne für die vielfältige Unterstützung. Es zeigt sich deutlich, dass es ein breites Bündnis gibt, das sich für eine humane Flüchtlingspolitik einsetzt, damit die Geflüchteten kein Weihnachten in Moria verbringen müssen.

Wir bleiben dran, gemeinsam. Es lohnt sich!

Stefanie Wahl
pax christi-Bundesvorsitzende

 

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21.09.2020
18 Uhr

Demokratie macht Frieden

FRIEDENSZEICHEN zum Weltfriedenstag


Foto: pc

30 Minuten für den Frieden: Texte Klänge  Schweigen zum Thema „Demokratie macht Frieden“.

In vielen Köpfen ist die Überzeugung verankert, dass es Gewalt braucht, um „das Böse“  und damit die Bedrohung zu beseitigen. Dieses Denken ist Grundbestandteil der militärischen Sicherheitslogik und führt aller Erfahrung nach weder zur Sicherheit noch zum Frieden.

„Das Denken und die Methoden der Vergangenheit konnten die Weltkriege nicht verhindern“, sagt Albert Einstein, „aber das Denken der Zukunft muss Kriege unmöglich machen.“

Ein Denken nicht in der Logik der Sicherheit, sondern in der Logik des Friedens.

Wir müssen konkrete Vorstellungen davon entwickeln, wie Konflikten und Bedrohungen nicht militärisch sondern zivil begegnet werden kann.

Gewalt scheint einfach in der Natur der Dinge zu liegen. Sie funktioniert. Sie erscheint unausweichlich. Auf sie zu verzichten, ist mit dem Gefühl großer Unsicherheit  verbunden.

 

PDF: Die Texte zum Nachlesen

29.08.2020

Corona hat Gaza erreicht

Ein Brief von Abed Shokry


Abed Shokry bei einem Besuch in Erding 2019

Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Freundinnen und Liebe Freunde,

Es dauerte fast fünf Monate, aber jetzt ist es so weit, CORONA hat Gaza erreicht und verbreitet sich auch in Gaza. Im dicht besiedelten Gazastreifen sind die ersten Corona-Fälle außerhalb spezieller Quarantäne-Einrichtungen nachgewiesen worden. Daraufhin wurde ein kompletter Lockdown für den gesamten Gazastreifen verkündet. Die Maßnahme sollte von Montagnacht an für 48 Stunden gelten. Bildungseinrichtungen, Moscheen und Märkte mussten geschlossen bleiben. Der Lockdown wurde nun für weitere 72 Stunden Stunden verlängert, (gestern Abend um 48 Stunden verlängert).  Eine starke Ausbreitung des Virus gilt als Horrorszenario. Entgegen vieler Befürchtungen verlief die Pandemie bislang bei uns glimpflich. Seit vergangenem Dienstag haben wir aber mehr als 25 Fälle und inzwischen drei Todesfälle. Zwar handelt sich bei den Verstorbenen um ältere und vorerkrankte Personen, dennoch könnten sich andere Personen dadurch infiziert haben. Noch ist es unklar, wie es dazu kam, denn alle heimkehrenden Personen kommen für mindestens drei Wochen in Quarantäne. Daher ist es  sehr schwierig herauszufinden, wie es dazu gekommen ist. Ich hoffe, dass wir die Lage noch in den Griff bekommen werden, anderenfalls droht uns in der Tat eine Katastrophe. Insgesamt wurden über 145 Fälle bis einschließlich gestern Abend in der Gesellschaft gemeldet.

Alles Weitere im Anhang.

Mit feundlichen Grüßen

 Abed Schokry

PDF: Hier geht es zum weitern Wortlaut des Briefes

20.07.2020

Geplante Annexion des Westjordanlandes

Die Antworten der MdBs


Zwei der angeschriebenen Bundestagsabgeordneten haben auf unseren Brief zur geplanten Annexion des Westjordanlandes geantwortet: Claudia Tausend (SPD) und Dr. Andreas Lenz (CSU)

 

Beide äußern sich besorgt über die Entwicklung und betonen die Bemühungen sowohl ihrer Parteien als auch der Bundesregierung in Richtung einer friedlichen Lösung des Konfliktes.

 

PDF: Hier geht es zum Wortlaut der Antworten

09.06.2020

Keine Annexion des Westjordanlandes

Unser Brief an die Bundestagsabgeordneten


Israel Westjordanland

Pax Christi Erding Dorfen befasst sich seit vielen Jahren mit dem Israel-Palästina-Konflikt und pflegt persönliche Kontakte in die Region.

In einem Brief an die Bundestagsabgeordneten  Dr. Andreas Lenz, Claudia Tausend, Dieter Janacek, Nicole Gohlke und Florian Hahn äußert pax christi die Befürchtung, dass  eine Annexion des Westjordanlandes durch Israel gewaltsame Auseinandersetzungen  in erheblichem Ausmaß hervorrufen wird  und fordert die Abgeordneten dazu auf, sich dafür einzusetzen, fraktionsübergreifend die Bundesregierung zu verpflichten, die Annexion zu verurteilen.

Die Annexion von besetztem Gebiet verstößt gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrates, die Genfer Konvention und laut Bestätigung des  Europäischen Gerichtshofs gegen das Humanitäre Völkerrecht.

Die Bundesregierung soll aufgefordert werden, sich mit deutlichen Maßnahmen wie beispielsweise robusten Sanktionen gegen die Verletzung von internationalem Recht zu wenden. z.B. soll das Assoziationsabkommen zwischen der EU und Israel sowie die militärische Zusammenarbeit mit Israel einschließlich des Rüstungshandels mit sofortiger Wirkung ausgesetzt werden.

Ziel ist es, die israelische Regierung dazu zu bewegen, sich wieder ernsthaft verhandlungsbereit mit der palästinensischen Seite zu zeigen.

PDF: Der Brief im Wortlaut

08.05.2020

FRIEDENSZEICHEN

8. Mai 1945 75 Jahre Tag der Befreiung


Foto: pc

Viel Raum benötigte das erste FRIEDENSZEICHEN nach der Lockerung der Ausgangsbeschränkung auf dem Schrannenplatz.  Die zulässige Teilnahme von 50 Personen wurde mit unserer Plakataktion fast erreicht: 75 Jahre Tag der Befreiung.  Die Erinnerung an die Befreiung von der zerstörerischen und barbarischen Herrschaft des Krieges, an die Befreiung von der Nazi-Herrschaft und aus den Arbeits- und Vernichtungslagern ist zugleich seit 75 Jahren der Auftrag, unermüdlich daran zu arbeiten, dass es „nie wieder“ dazu kommen darf. Es ist die Verpflichtung gegenüber den Opfern von Krieg, Rassenwahn, Hass-Propaganda, Unterdrückung und Rechtsbeugung, immer wieder alles zu tun, um Menschenrechte und Demokratie zu stärken, das Friedensprojekt Europa zu gestalten, den Rechtsstaat und die Bürgerrechte zu stärken und die friedenspolitische Phantasie zu fördern. Die Corona-Krise verdeutlicht einmal mehr, dass unsere Welt keine  Aufrüstung braucht, sondern globale Friedensanstrengungen.

 

PDF: Die Texte auf den Plakaten
Web: Hier kann etwas tun:

04.05.2020

Keine nukleare Aufrüstung der Bundeswehr

Die Antworten der MdBs auf unseren Brief


Tornado

 

Vier der angeschriebenen Bundestagsabgeordneten haben auf unseren Brief geantwortet:

Claudia Tausend (SPD), Dr. Andreas Lenz (CSU), Dieter Janecek (Grüne) und Nicole Gohlke (Linke).

Alle sind für Abrüstung und Rüstungskontrolle, aber Dr. Lenz und Frau Tausend sehen mit der der Aufrüstung neuer Kampfflugzeuge und ihrer nuklearen Ertüchtigung die Chance, dass die Stimme Deutschlands innerhalb der NATO Gewicht behält.

Eindeutig gegen die Anschaffung nuklearfähiger Kampflugzeige sprechen sich Herr Janecek und Frau Gohlke aus.

 

 


PDF: Hier findet sich der volle Wortlaut der Antworten

21.03.2020

Keine nukleare Aufrüstung der Bundeswehr

Ein Brief an Mitglieder des Verteidungsausschusses


Tornado

In einem Brief an die Bayerischen Mitglieder des Verteidigungsausschusses des Bundestages fordern wir auf, gegen die Anschaffung neuer Kampfflugzeuge für den Nuklearwaffeneinsatz zu stimmen. Gerade angesichts der Corona-Pandemie ist die Absurdität von Atomwaffeneinsätzen offensichtlich. Nuklearwaffen bedrohen die Sicherheit der Menschen in Deutschland, in Europa und der ganzen Welt. Ihre Modernisierung bindet finanzielle Mittel unabsehbaren Ausmaßes und beeinflusst langfristig verteidigungs- und sicherheitspolitische Entscheidungen in ganz Europa.

Die Modernisierung des nuklearen Trägersystems, sowie die geplante Stationierung von neuen B61-12 Atombomben in Büchel würden die erste nukleare Aufrüstung in Deutschland seit Ende des Kalten Krieges darstellen.

Wir unterstützen mit diesem Brief eine Kampagne von ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear weapons)

PDF: Den vollstandigen Brief finden Sie hier:
Web: zur Seite von ICAN

08.03.2020

Am Rande des Lebens leben wir. Gezwungen

Abed Shokry schreibt aus Gaza


Abed Schokry in Erding 2019

Abed Schokry hat in Deutschland studiert, lebt als Hochschullehrer in Gaza und schreibt immer wieder offene Briefe über die Situation im besetzten Land.

 

CORONA und Co.

Seit Beginn der Corona-Krise ist der Gazastreifen noch frei, so die offiziellen Meldungen. Währenddessen wurden 31 Fälle aus der Westbank gemeldet. Fast alle betroffenen stammen aus der Stadt Bethlehem. Seit dem wurden die Schulen, die Universitäten und Kindergärten in allen palästinensischen Gebieten geschlossen gehalten.

In Israel wurden inzwischen über 100 Corona-Fälle bestätigt.

Am Rande des Lebens, leben wir. Gezwungen von der Belagerung und Besatzung und von unserer inneren Spaltung. Diejenigen, welche ihr Studium vor 10 Jahren abgeschlossen haben, suchen fast alle immer noch nach Arbeit und finden gar nichts. Nichts ist normal in Gaza, alles läuft hier anders. Der Ausnahmezustand ist Normalität geworden. So versuchen viele junge Personen Ihr Glück woanders zu finden. Es gibt inzwischen eine zweistellige Zahl, vor allem junger Menschen, die Ihr Leben dadurch verloren haben. Leider kenne ich auch einige Personen, die bei dem Versuch zu entkommen, ertranken und verstarben. Einige wurden im Ausland begraben und die Leichen von Einzelnen wurden nach Gaza gebracht. Im größten Freiluftgefängnis der Welt im 21. Jahrhundert leben zu müssen, ist nicht NORMAL. Trotzdem geht das Leben irgendwie weiter Die einen heiraten, andere bekommen Kinder, weitere lassen sich scheiden. Und hier ist die Scheidungsquote leider gestiegen, speziell unter jüngeren Ehepaaren.“

PDF: Den vollständigen Brief lesen Sie hier:

19.02.2020

Erding atomwaffenfrei

Andreas Zumach über die Folgen der Aufkünigung des INF-Vertrages


Andreas Zumach Foto wdr picture alliance

Atomwaffen für Deutschland? Warum denn nicht?  Die Irritation, die der Titel der Veranstaltung auslöst, geht davon aus, dass es natürlich niemals Atomwaffen in Deutschland geben wird. Die Frage in den Raum zu Beginn des Vortrags, ob jemand gekommen sei, weil er sich das sehr wohl vorstellen könnte, bleibt unbeantwortet.

Andreas Zumach, Journalist  und Friedensaktivist, der auf Einladung von pax christi Erding Dorfen in Kooperation mit dem KBW direkt von der Münchner Sicherheitskonferenz gekommen war, holt erst einmal weit aus und ruft das Gespenst der atomaren Vernichtung Europas, wie es in den 80er Jahren virulent war, in Erinnerung.

Es war die ungeheure Wucht der Friedensbewegung dieser Jahre, die Millionen von Menschen in Westeuropa, in den USA, in der DDR und in osteuropäischen Ländern, die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass 1987 das Abkommen über das Verbot atomarer Kurz- und Mittelstreckenraketen und Marschflugkörper von Ronald Reagan und Michael Gorbatschow unterzeichnet wurde. Dieser INF-Vertrag beinhaltete die totale Verschrottung aller Mittelstreckenraketen und eine weitestgehende gegenseitige Überwachung. Der Erfolg dieses INF-Vertrages gibt uns bis heute, allen gegenläufigen Nachrichtenmeldungen zum Trotz, das  Gefühl: Atomwaffen sind nicht mehr aktuell und für Deutschland – ein Tabu.

Das Gefühl trügt. Der INF-Vertrag  wurde am 2. August 2019 von Trump und Putin offiziell für unwirksam erklärt. Die  horrenden Summen für die Verteidigungsbudgets und die Modernisierung der Waffensysteme in Ost und West, die Gedankenspiele der Nato-Mitglieder einschließlich der „atomaren Teilhabe“ von Ländern, die keine Atomwaffen besitzen, wie Deutschland, sind Anzeichen einer bereits begonnenen, auch atomaren, Aufrüstungsspirale, die die 80er Jahre in den Schatten stellen wird.

Die Debatte über die nukleare Beteiligung Deutschlands läuft seit zwei Jahren und wird immer lauter, auch in Deutschland selbst. Eine gemeinsame europäische Politik? Das wäre geopolitisch vorteilhaft, wird aber als unrealistisch bewertet. Jeder möchte doch selbst am Knopf sitzen. Eine Auftragsstudie des wissenschaftlichen Dienstes der Bundestages hat es jüngst bestätigt: Im Zwei-plus-Vier-Einigungsvertrag von 1990 wurde zwar ein Verzicht auf Atomwaffen festgeschrieben, aber kein Verzicht auf eine Mitverfügung. Eine Mitverfügung haben alle Länder, in denen US-Atomwaffen stationiert sind.

Die Modernisierung der Kampfflugzeugflotte, die die Bundeswehr dringend benötigt, beinhaltet auch Langstreckenbomber, die Atomwaffen transportieren können.

Die Friedensbewegung ist erneut massiv herausgefordert. Wir brauchen den Streit, sagt Zumach. Ein Ziel wäre, ein Atomwaffenverbot im Grundgesetz festzuschreiben. Ein Ziel wäre, dass Deutschland endlich die Unterschrift unter die Resolution der UN-Generalversammlung zum weltweiten Verbot von Atomwaffen setzt. Das Konsens-Prinzip der NATO wäre ein Hebel auch für Deutschland, dem amerikanischen Aufrüstungsdruck Widerstand entgegenzusetzen. Verhandlungen über ein multilaterales Abkommen zum Verbot von Mittelstreckensystemen sind dringend erforderlich.

In den 80er Jahren haben sich über 1000 Kommunen in Westdeutschland  für atomwaffenfrei erklärt, eine Form der Mobilisierung von unten. So etwas brauchen wir jetzt wieder, fordert Zumach.  Ein Antrag im Stadtrat: Erding atomwaffenfrei.

 


17.02.2020
20 Uhr
Johanneshaus Erding

Atomwaffen für Deutschland - Warum denn nicht?

Andreas Zumach


Zu dem Vortrag laden ein pax christi Erding Dorfen und das Katholische Bildungswerk.

Nach dem Ende des INF-Mittelstreckenvertrages droht ein neues atomares Aufrüstungswettrennen in Europa und global. In Deutschland mehren sich die Stimmen, die für eine Mitverfügung über Atomwaffen im Rahmen einer gemeinsamen "Abschreckungspolitik" der EU plädieren oder gar für einen nationalen Alleinbesitz dieser Massenvernichtungsmittel.

Was muss die Friedensbewegung gegen diese gefährliche Entwicklung unternehmen?

Andreas Zumach studierte Volkswirtschaft und Journalismus. Er arbeitet auf den Gebieten des Völkerrechts, der Menschenrechtspolitik, der Sicherheitspolitik, der Rüstungskontrolle und der internationalen Organisationen am europäischen Hauptsitz der Vereinten Nationen in Genf u.a. für die tageszeitung (taz) und für Rundfunk- und Fernsehanstalten.

In den 80er-Jahren war er Sprecher der Friedensbewegung und Organisator der großen Bonner Demonstrationen gegen Atomwaffen.

Im Jahr 2009 wurde ihm der Göttinger Friedenspreis verliehen.